Produktauswahl – fachlich begründet statt „dick = sicher”
Die Produktauswahl orientiert sich an realer Ausscheidungsmenge (Saugstärke), Mobilität (Trageform) und Tag/Nacht (Tragezeit) – mit dem Ziel der kleinstmöglichen sicheren Versorgung.
Saugstärke an der realen Menge
Herstellerangaben (Tropfensysteme, ml unter ISO-Bedingungen) sind Orientierung; im Alltag zählt die Aufsauggeschwindigkeit, damit die Haut trocken bleibt. Ein Miktions-/Ausscheidungsprotokoll liefert die reale Grundlage. Überdimensionierung erhöht Hautrisiko und Kosten.
Trageform nach Mobilität
- Mobil/teilmobil: Pants ermöglichen selbstständigen Toilettengang und unterstützen die Kontinenzförderung.
- Liegendversorgung/hoher Pflegebedarf: Slips mit Klebeverschluss erlauben den Wechsel im Liegen.
- Teilmobil mit gezielter Positionierung: Vorlage + Fixierung erlaubt individuelle Saugkern-Positionierung.
Tragezeit Tag/Nacht
Für lange Nachtphasen höhere Saugstärke und ggf. Bettschutz; tagsüber häufigere Wechsel mit angepasster Stärke, die Mobilität und Komfort erhält.
Wirtschaftlichkeit und Korrekte Anlage
Korrekte Aktivierung (Schiffchenform, aufgestellte Bündchen) und passender Sitz schöpfen die Saugleistung erst aus und vermeiden Leckagen – das ist oft wirksamer als ein Wechsel auf ein stärkeres Produkt. Für Auswahl und vertragskonforme Beschaffung unterstützt eine Versorgungsberatung.
Häufige Fragen
Woran orientiere ich die Saugstärke? An der realen Ausscheidungsmenge laut Protokoll, nicht an der theoretischen Maximalkapazität.
Pants oder Slip im Heim? Nach Mobilität: Pants fördern Selbstständigkeit, Slips erleichtern die Liegendversorgung.
Quellen & Stand: GKV-Spitzenverband, Produktgruppe 15; Hersteller-Produktinformationen; FgSKW. Stand: 06/2026.